Schubladen-Boxen finde ich (Lisa) sehr praktisch. Jedoch finde ich den Preis für Schubladen-Boxen in den Geschäften überteuert. Darum habe ich Geizkragen mich daran gemacht, mir welche aus Graupappe zu bauen ... was ich aber bitter bereut habe, denn ich habe den Zeitfaktor unterschätzt. Schon wieder tausend neue Projekte im Kopf, habe ich "brummelnd" an meinen Boxen gewerkelt...
Die unteren Boxen sind die selber gebauten, die oberen mit den Metallgriffen sind gekauft. Die selber gebauten Boxen sind stabiler wie die gekauften, darum habe ich sie unten drunter gestellt.
Für die Boxen habe ich Premiumgraupappe in 2 mm Stärke (1300 g/qm) verwendet, die ich bei
www.Friedrich-Roemer.de gekauft habe.
Als erstes habe ich mir die Maße ausgerechnet und aufgezeichnet, dann habe ich einen Zuschneideplan für die Graupappebögen erarbeitet.
Beim Zuschneiden war mir ein schwerer Metallwinkel sehr nützlich, der durch sein Gewicht an Ort und Stelle liegenblieb, so daß ich mit dem Rollschneider gut an der Kante entlang schneiden konnte.
Bevor es ans zusammenkleben der Zuschnitte ging, habe ich die Kanten mit Schmiergelpapier geglättet.
Um das Gehäuse stabil zu bekommen, habe ich jeweils zwei Lagen zusammengeleimt. Das war doppelter Zeitaufwand, doch zum Schneiden ist 2 mm starke Graupappe "dick genug", und das Zuschneiden ging so auch schon auf die Handgelenke. Doch der Vorteil der zusammengeleimten Lagen ist, daß ich den Mittelboden auf die Seitenteile auflegen konnte und der Mittelboden dadurch einen guten Halt hat.
Bei den ersten Teilen habe ich zum Leimen Holzleim aus dem Baumarkt verwendet, weil ich den guten, teuren Buchbinderleim aufsparen wollte, doch der Holzleim hielt nicht wirklich zusammen.
Den Buchbinderleim "Planatol" habe ich nach Anleitung mit 30 % Wasser verdünnt. Beim Zusammenleimen der Teile mußte ich schnell sein. Der Leim trocknet so schnell an und hält dann nicht mehr. Damit die doppelten Lagen für Deckel, Mittelboden, Boden und Seitenteile zusammenhielten, habe ich sie sofort nach dem Leimen mit einem Stapel schwerer Bücher beschwert.
Bevor ich die Zuschnitte für die Schubläden zusammengeleimt habe, habe ich mir Kreppapierstreifen hergerichtet, damit ich die Teile sofort fixieren konnte. Nach dem Fixieren habe ich die Ecken und Kanten noch mal dick mit Leim eingestrichen.
Die Schubladen-Boxen waren mein erstes Projekt mit Graupappe. Ich hatte nicht die geringste Erfahrung. Anfangs war ich sehr angespannt, stand "ziemlich unter Strom", ob das was wird. Läßt sich die Graupappe mit dem Rollschneider schneiden? Wird das wirklich stabil? Wie verhält sich das Überzugs-Papier beim Leimen? Zugegeben, das hat mich anfangs sehr belastet. Doch von Box zu Box, von Arbeitsschritt zu Arbeitsschritt bekam ich mehr Übung. Als die fertig geleimten Boxen in der Küche (meiner Werkstatt) standen, ging es mir dann schon wesentlich besser ;o)
Bevor ich das Papier aufgeklebt habe, habe ich zuerst die Kanten umgebogen und die Ecken eingeschnitten. Das hat die Sache sehr erleichtert. Nach einer Weile bin ich drauf gekommen, daß sich das Papier wesentlich leichter verarbeiten läßt, wenn nicht das Papier, sondern der Karton mit Leim eingestrichen ist.
Für die Griffe habe ich Dübelstangen genommen. Die waren mir allerdings etwas zu dünn. Darum habe ich sie mit Tonpapier aufgedoppelt bevor ich sie mit dem Efalin-Papier überzogen habe. Die Griffe sind von innen mit zwei Schrauben angeschraubt und halten wunderbar.
Zum Überziehen der Boxen habe ich für außen Efalin-Papier verwendet. Das ist eine dickere, strapazierfähige Qualität. Unmittelbar nach dem Aufkleben machte das Efalin-Papier Blasen, die sich nicht wirklich andrücken ließen. Ich war entsetzt und frustriert. Doch am nächsten Tag, nach dem das Papier durchgetrocknet war, waren (die meisten) Blasen verschwunden ;o) Die
Schubläden habe ich innen mit Büttenpapier ausgekleidet. Das Papier habe ich hier
gekauft:
www.cartapura.de Das ist ein Buchbinder-Fachgeschäft mit einer riesen Auswahl an
wunderschönen (Japan) Papieren. Sehr zu empfehlen ;o)
fertig ;o)
Die gelben und orangen Boxen sind in mein Nähzimmer gezogen und beherbergen jetzt Garne, Knöpfe usw.
*Lisa*